Nachgefragt bei… Jochen Gebauer (The Pod)

Reichweite und Aufmerksamkeit, Marketing und Spielkritik: Wie kann ein für alle Seiten erfolgreiches  Miteinander aussehen? Das Mediennetzwerk.NRW und das Grimme-Institut und laden am Freitag, 29.11., ein zum gemeinsamen Austausch darüber, wie sich Fachjournalist*innen, Content Creators und Spieleentwickler*innen auf Augenhöhe begegnen. Der Talk wird von Jochen Gebauer (The Pod – der Gamespodcast) moderiert, gestaltet und produziert.

Mediennetzwerk.NRW: „Let’s Talk About Games“ – Beim Next Level Festival moderierst du die Diskussion zwischen GameDevs und Gamejournalist*innen. Wie weit sind diese Player in der Gamesbranche denn voneinander entfernt?

Jochen Gebauer: Das kommt ganz darauf an. Manche Formen des Spiele-Journalismus sind ohne enge Verzahnung zwischen Journalist*innen und Entwickler*innen bzw. Publisher*innen gar nicht vorstellbar. Andere wiederum setzen eine erhebliche kritische Distanz voraus. Genau hier entstehen spannende Reibungspunkte, die wir bestimmt auch im Rahmen des Next Level-Festivals diskutieren werden.

Mediennetzwerk.NRW: Und wie nah sollen sich denn Berichterstatter*innen und Spieleproduzent*innen dann im Gespräch kommen?

Jochen Gebauer: Der Austausch zwischen Produzent*innen und Journalist*innen findet im journalistischen Alltag oft über den Köpfen der eigentlichen Spiele-Entwickler*innen statt, weil PR- und Marketing-Agenturen bzw. -Abteilungen die kommunikative Schnittstelle bilden. Veranstaltungen wie das Next Level-Festival bieten also Gelegenheit zu einem Dialog, der im Tagesgeschäft nicht oder nur selten zustande kommt.

Mediennetzwerk.NRW: Du kennst selbst verschiedenste Seiten des Spielejournalismus. Was hat dich dazu bewegt, deinen Job als Print-Chefredakteur an den Nagel zu hängen und in die Welt des Hörens einzusteigen?

Jochen Gebauer: Moderner Journalismus ist oft reichweiten- und datengetrieben, gerade online. Was interessiert die meisten Leute, was klickt gut, was trendet momentan bei Social Media, was wird häufig bei Google gesucht? Außerdem wird er oft durch jene finanziert, über die unabhängig und kritisch berichtet werden soll – die Werbetreibenden nämlich. Unser Podcast-Projekt ermöglicht etwas, was es im Journalismus inzwischen immer seltener gibt: echte journalistische Unabhängigkeit.

Mediennetzwerk.NRW: Wie schafft ihr bei The Pod den Austausch mit den Zuhörer*innen und was macht euer Angebot besonders?

Jochen Gebauer: Was unser Angebot besonders macht (und ob es das überhaupt ist), müssen die Zuhörerinnen und Zuhörer beantworten. Meine Vermutung wäre, dass es eine Reihe von Faktoren gibt. Die einen schätzen bestimmt die Unabhängigkeit in der Berichterstattung, die Werbefreiheit. Andere sind seit der Gründung des Projekts dabei und haben gewissermaßen mitverfolgt und mitgewirkt, wie ein tollpatschiges Kind das Laufen lernte. Das verbindet natürlich.


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