Nachgefragt bei… Kristin Janulik (KJ Consulting)

 

 

Kristin Janulik ist studierte Gamedesignerin und hat als Producerin [&] Produktmanagerin in Firmen wie Gameforge, Bigpoint und MAGIX gearbeitet. Beim ersten LEADERS BREAKFAST am 7. März 2018 konnte sie sich mit Steffen Gentis (BBDO) vernetzen. Aus dem Zusammentreffen ging im Spätsommer 2018 mit “One Life Only” ein erstes gemeinsames Projekt hervor.

 

 

Mediennetzwerk.NRW: Was genau steckt hinter eurem Projekt One Life Only?
Kristin Janulik: Die Mobile App One Life Only ist Teil der Suizidpräventions-Kampagne #DuBistMirWichtig. Damit machen wir auf junge Menschen mit Suizidgedanken aufmerksam. Man spielt einen jungen Mann, der eine schwere Zeit durchmacht und den Boden unter den Füßen verliert. Böse Gedanken (Mind-Monster) ziehen ihn in die Tiefe. Liebe Gesten von Freunden (symbolische Help-Ballons) verlangsamen den Fall. Um aus einer solchen Abwärtsspirale herauszuhelfen, braucht es aber mehr. In dem Spiel hat man – wie in der Realität – nur ein Leben. Anschließend verwandelt sich die App zu einem Notfall-Kontakt zur Caritas.

Mediennetzwerk.NRW: Wie hat dir die Teilnahme an unserem Leaders Breakfast dabei geholfen, One Life Only zu realisieren?Kristin Janulik: Beim Leaders Breakfast lernte ich Steffen Gentis von der Kreativagentur BBDO Düsseldorf kennen. Wir haben schnell gemerkt, dass sich unsere Expertisen gut vereinen lassen. BBDO entwickelte zu dem Zeitpunkt ein umfangreiches Kampagnen-Konzept für die [U25]-Aktion der Caritas zum Weltsuizidpräventionstag. Ein Spiel als interaktives Medium war zur Erreichung der jungen Zielgruppe unter 25-jähriger ideal. Also habe ich BBDO in der Konzeption beraten und schließlich mit meinem Team die Entwicklung übernommen.

Mediennetzwerk.NRW: Worauf legst du bei der Wahl deiner Projekte besonderen Wert? Warum war dir diese Kampagne wichtig?
Kristin Janulik: Ich bin großer Fan von bedeutungsvollen Spielen. Selbstmord ist die zweithäufigste Todesursache unter jungen Leuten und gerade Männer tun sich schwer damit, darüber zu reden. Solche Themen müssen öffentlich angesprochen werden, um a) den Betroffenen zu zeigen, dass sie nicht allein sind und b) das Umfeld zu sensibilisieren. Ein betrübter Freund, von dem man ständig versetzt wird, braucht vermutlich Hilfe, keine Vorwürfe. Die Kampagne hat mich sofort interessiert und war dank Jonas Monar mit seinem Song #DuBistMirWichtig, YouTuber Maxim, der das Spiel vorstellte und BBDO, die ihr Handwerk einfach beherrschen und mit Herz dabei waren, ein voller Erfolg.

Mediennetzwerk.NRW: Wir blicken nach vorne. Wo siehst du die Zukunft der Spielebranche – insbesondere hier in NRW?
Kristin Janulik: Die Landespolitik hat es klar formuliert: Games-Standort Nummer 1 in Deutschland lautet das Ziel. Ich freue mich riesig, dass wir so viel Unterstützung bekommen, die ja auch wirklich nötig ist. Mit der Erhöhung der Fördersummen werden bereits 2019 großartige Projekte in Produktion gehen können, die ohne Förderung nicht möglich wären. Aber auch abseits der Förderung haben sich viele großartige Initiativen etabliert: Das Cologne Game Haus bietet den perfekten Ort zum Erfahrungsaustausch, mit How-to-go-Paketen können Indies sich präsentieren und wichtige Kontakte knüpfen und mit diversen Coachings, Mentorings und dem NRW Publishing Contest wird wertvolles Wissen bereits im frühen Stadium von alten Hasen an junge Teams gegeben. Die Spielebranche boomt nach wie vor und ich wünsche mir, dass Deutschland langfristig den internationalen Anschluss schafft.


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