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Nachgefragt bei…Holger Sprengel (Nurogames)

Das europäische Förderprogramm Creative Europe MEDIA unterstützt einmal jährlich die Konzept- und Projektentwicklung von narrativen Videospielen, die sich durch ein Höchstmaß an Originalität, Innovation und kultureller Vielfalt auszeichnen. Für die Entwicklung von innovativen Spielekonzepten bis zum ersten spielbaren Prototypen kann Förderung in Höhe von 10.000 bis 150.000 Euro beantragt werden.
Aktuelle Einreichfrist ist der 2. März 2017.

2014 erhielt die Firma Nurogames aus Köln eine Förderung für ihr Spiel Tales of Nations. Mitgründer Holger Schöpper zieht in unserem „Nachgefragt bei…“ ein kleines Resümee.

 

Mediennetzwerk.NRW Warum habt ihr euch entschieden, euch für die Entwicklungsförderung von Creative Europe zu bewerben?

Holger Sprengel: Die Entwicklungsförderung von Creative Europe fördert die Entwicklung von Spielen bis zum Prototypenstadium. Gerade diese Phase ist sehr aufwendig, in dieser Phase werden bereits die grundlegenden Weichen gestellt. Dies betrifft neben der Entwicklung der Story und der dazugehörenden Charaktere, des Look & Feels sowie weiteren design-erheblichen Fragen, vor allem auch das Game- und Interaktionsdesigns und der Entscheidung der Plattformen. Letzteres ist immer mehr auch crossplattform-orientiert d.h. man sollte sich für eine Technologie entscheiden, mit der verschiedene Plattformen, also z.B. mobile Endgeräte und PC bedient werden können, z.B. der Opensource Technologie Cocos-2d-x oder immer mehr Unity.
Für einen kleinen Indie-Developer ist ein solcher Prozess aus eigenem Cashflow, ohne weitere Finanzierungen, nur sehr schwierig zu meistern. Es sei denn man hat eine VC-Finanzierung schließen können, was im Gamesmarkt zunehmend unmöglich wird; gleiches gilt für Fremdfinanzierungen.
Mit einem funktionierenden Prototypen, der überzeugt, hat man allerdings andere Möglichkeiten, z.B. auch Koproduzenten zu finden, oder andere Eigenkapitafinanzierungen, gerade auch weil ein großer, risikoreicher Teil des Projektes schon abgeschlossen und finanziert wurde.

 

Mediennetzwerk.NRW: Wie sind eure Erfahrungen mit dem Förderprogramm und würdet ihr es weiter empfehlen?

Holger Sprengel: Der Antrag ist schon sehr aufwendig, und die Erfolgswahrscheinlichkeiten liegen in der Regel bei unter 20%, der Anträge, die die Zulassungskriterien erfüllen. Die sollte jeder im Vorfeld ganz genau prüfen, da man sonst extrem viel Zeit für nichts verschwendet. Es muss schon ein überzeugendes Konzept, sowie Vermarktungs- und Finanzierungsstrategie sowie andere Punkte dargestellt werden, damit man unter die ausgewählten Projekte kommt. Und m.E. muss auch ein wenig Glück dabei sein, damit man an die Gutachter kommt, denen das Projekt gefällt. Denn Spiele sind eine emotionale Sache, die Subjektivität nicht ganz ausschließen lassen…

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