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Nachgefragt bei…Christian Zabel (TH Köln)

Als Sitz großer Multi-Channel-Networks und Digitalstudios wie Maker Studios, tubeone und Mediakraft, sowie als Heimat von European Webvideo Academy und Webvideopreis Deutschland ist NRW führender Webvideo-Standort in Deutschland. Erstmalig hat jetzt die Film- und Medienstiftung NRW die Webvideo-Szene des Landes wissenschaftlich erforschen lassen. Prof. Dr. Christian Zabel (Technische Hochschule Köln), der die Studie zu den YouTube-Creators gemeinsam mit Prof. Dr. Sven Pagel (Hochschule Mainz) durchführte, hat mit uns über seine Eindrücke und Ergebnisse gesprochen.

 

Mediennetzwerk.NRW: Welche Erkenntnisse der Studie haben dich am meisten überrascht?

Christian Zabel: Nicht unbedingt überraschend, aber doch eindrucksvoll ist der hohe Zeiteinsatz – mit knapp 26 Stunden pro Woche im Profi-Segment ist YouTube mehr als ein Hobby. Zudem fand ich überraschend, dass die Creators relativ wenig dieser Zeit in Interaktion mit der Community investieren und es dennoch schaffen, als ansprechbar, authentisch und auf Augenhöhe wahrgenommen zu werden.

 

Mediennetzwerk.NRW: Was ist der nächste Trend bei den Creators?

Christian Zabel: Die Professionalisierung wird sicher weiter voranschreiten. Die wichtigste Frage, die sich die befragten Creators dabei stellen: Wie kann ich mehr Reichweite aufbauen? Dann folgt die Video-Produktion und Nachbearbeitung sowie die Anpassung der Inhalte auf die unterschiedlichen Plattformen ist Zugleich wird es spannend sein zu sehen, wie sich die nun längst erwachsenen Youtuber auch inhaltlich weiter entwickeln. Im Profi-Segment lag das Durchschnittsalter der Befragung ja schon bei knapp 26 Jahren.

 

Mediennetzwerk.NRW: Wo siehst du die Zukunft des Geschäftsmodells?

Christian Zabel: YouTube-Werbung alleine kann nur die Allerwenigsten ernähren. Daher werden wir sicher noch mehr Aktivitäten auf verschiedenen Plattformen und Branded Content Deals, also bezahlte Postings, sehen. Das stellt einerseits die Youtuber vor eine Herausforderung: Sie müssen sich selbst zur Marke weiterentwickeln. Zugleich müssen die früheren Multi-Channel-Networks stärker in Richtung ‚Digital Studios’ gehen, die als Mischung aus klassischer Künstleragentur und werbeorientierter Produktionsfirma operiert – was sie ja auch bereits tun.

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